FAQ

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Sind Vogelspinnen giftig?


Ja. Das Gift ist jedoch schwach und für den Menschen ungefährlich, sofern er kein Allergiker ist. In Tierversuchen wurde nachgewiesen, dass die giftigste Vogelspinne ein Säugetier von maximal 1,2 kg töten kann. Es ist bisher kein Fall bekannt, in dem ein Mensch durch das Gift einer Vogelspinne ums Leben gekommen ist. Die eigentliche Gefahr besteht in einer Infektion der Wunde durch Bakterien. Einige Vogelspinnenarten haben ein stärkeres Gift, welches zu leichten Lähmungserscheinungen führen kann (insbesondere afrikanische Arten wie z.B. Pterinochilus spp. oder die Baumvogelspinnen Poecilotheria spp.).


Kann man Vogelspinnen auf die Hand nehmen?


Ja. Ist jedoch unnötig, da Vogelspinnen nicht den Kontakt zum Menschen suchen und gestresst reagieren können, wenn sie aus ihrer bereits ertasteten und vertrauten Umgebung genommen werden.


Wie alt werden Vogelspinnen?


Im Durchschnitt etwa 14 Jahre. Einige Arten werden sehr alt (z.B. Pelinobius muticus mit vermutlich mehr als 30 Jahren). Männchen sterben deutlich früher als Weibchen und meist innerhalb von einem Jahr NACH ihrer letzten Häutung (Reifehäutung).


Wie groß kann eine Vogelspinne werden?


Das ist abhängig von der Art. Die weltweit größte Vogelspinnenart ist die Theraphosa blondi, von der laut Guinness-Buch der Rekorde ein Exemplar mit bis zu 12 cm Körperlänge und einer Beinspannlänge von bis zu 30 cm gefunden wurde.


Was muss man tun, wenn man gebissen wurde?


Ruhe bewahren, die Wunde desinfizieren und gegebenfalls einen Arzt aufsuchen/rufen, falls es sich bei der Vogelspinne um eine Art mit einem stärkeren Gift handelt.


Was bedeuten diese Zahlen (z.B. 0.1, 1.0, 0.1.0, 1.0.0, 2.0.7)?


Mit diesem Zahlenformat kann man schnell die Anzahl an Männchen, Weibchen und unbestimmten Tieren angeben.

x.y.z bedeutet also

Beispiele:


Wieso diese wissenschaftlichen Namen?


Damit die Arten eindeutig zugeordnet werden können, da sie sich teilweise sehr ähnlich sehen.


Was bedeutet spp., sp., spec., cf., sp.nov., spp.nov. und aff. in den wissenschaftlichen Namen?


Beispiele:


Was bedeutet DNZ, ENZ und WF?


Das sind Abkürzungen mit folgender Bedeutung:


Wie hoch ist der Haltungsaufwand


Minimal, mehr dazu auf der Seite Haltung.


Was fressen Vogelspinnen?


Insekten und alle Kleintiere, die sie überwältigen können (z.B. Nager, Schlangen). Mehr dazu auf der Seite Haltung.


Wie fressen Vogelspinnen?


Vogelspinnen haben nur eine sehr kleine spaltförmige Mundöffnung. Sie müssen daher ihre Beute außerhalb des Körpers verdauen. Zu diesem Zweck würgen sie Verdauungssäfte aus der Mundöffnung und verflüssigen damit die Beute, welche zwischen den Cheliceren auch zerkaut wird. Selbst mit abgebrochenen Cheliceren kann eine Vogelspinne also die Beute noch verflüssigen. Neben den hochgewürgten Verdauungssäften, leisten auch zersetzende Enzyme im injizierten Giftcocktail, unterstützende Arbeit bei der Verflüssigung.


Wie lange kann eine Vogelspinne ohne Futter auskommen?


Adulte Vogelspinnen können sogar ein ganzes Jahr ohne Futter auskommen, sofern sie vorher ausreichend genährt waren. Ermöglicht wird ihnen das durch sogenannte Blindsäcke des Mitteldarmes, in denen die Nährstoffe als Reserve gespeichert werden.


Welche Vogelspinne eignet sich für Anfänger?


Zum Beispiel Brachypelma smithi, da sie sehr zeigefreudig ist, trocken gehalten werden kann und nicht so extrem schnell wie manch andere Art ist.


Wo kann ich Vogelspinnen kaufen?


Auf Börsen, im Internet und im Fachhandel. Mehr dazu auf der Seite Kauf.


Wie teuer ist eine Vogelspinnen?


Das ist abhängig von der Art und der gewünschten Größe. Mehr dazu auf der Seite Kauf.


Bauen Vogelspinnen Netze? Welche bauen schöne ausgedehnte Gespinste?


Manche mehr, manche weniger. Sehr schöne große Netze bauen z.B. Pterinochilus murinus, Chromatopelma cyaneopubescens und Monocentropus balfouri.


Machen Vogelspinnen Geräusche?


Nein, jedoch können einige Arten stridulieren, was sich wie ein Fauchen anhört. Das tun sie in der Regel nur, wenn sie sich bedroht fühlen oder die Stridulationsorgane beim Laufen aneinander reiben. Beispiele dafür sind Theraphosa blondi und Pelinobius muticus.


Können Vogelspinnen sehen?


Trotz mehrer Augen sind Vogelspinnen fast blind und nehmen nur hell/dunkel bzw. nur das Licht wahr, welches eine Wellenlänge von 350 bis 640 nm hat. Rotes Licht mit einer Wellenlänge von 650 bis 750 nm ist für sie also nicht sichtbar. Rote Lampen eigenen sich daher besonders zur Beobachtung in der Nacht.


Können Vogelspinnen hören?


Durch ihre empfindlichen (Tast-)Haare können sie Schallwellen wahrnehmen. Man könnte das als Hören bezeichnen.


Können Vogelspinnen riechen?


Vogelspinnen besitzen Chemorezeptoren, mit denen sie auch Duftstoffe wahrnehmen können (z.B. die eines Weibchens).


Haben Vogelspinnen ein Gehirn?


Ja. Das supra-oesophageal ganglion (Oberschlundganglion).


Haben Vogelspinnen einen Mund?


Sie haben einen schlitzförmigen "Mund", mit dem sie die verflüssigte Nahrung aufsaugen.


Welche ist die schnellste Vogelspinne?


Pterinochilus murinus und Heteroscodra maculata sind zum Beispiel extrem schnell.


Schlafen Vogelspinnen?


Jein, sie fallen am Tag gelegentlich in eine Art Starre, wobei der Stoffwechsel noch weiter verringert wird. Das könnte man als Schlaf bezeichnen.


Kann ich mehrere Vogelspinnen zusammen halten (Gruppenhaltung)?


In der Regel nicht, nur wenige Arten können bedingt vergesellschaftet werden (z.B. Monocentropus spp., Pterinochilus spp., Avicularia spp., Poecilotheria spp. oder Hysterocrates). Man sollte bedenken, dass man dann nicht nur sehr viel Platz und Versteckmöglichkeiten anbieten muss, sondern auch deutlich schwerer im Terrarium hantieren kann (Stichwort Reinigung).


Was hat es mit der Winterruhe auf sich?


Einige Arten wie z.B. Grammostola pulchripes, Grammostola porteri und Grammostola rosea kommen aus Gebieten (Argentinien, Chile), in denen es im Verlauf des Jahres auch Winter gibt (Südwinter). Diese Arten haben sich genetisch dem Wechsel der Jahreszeiten angepasst. Daher macht es Sinn, ihnen auch in Gefangenschaft eine winterliche Ruhezeit anzubieten.

Dafür reicht eine Absenkung der Temperatur im Terrarium auf ca. 10°C über 2 Monate hinweg, z.B. indem man das Terrarium in einen kühleren Raum oder Keller stellt. Alternativ kann die Vogelspinne auch in das oberste Kühlschrankfach gestellt werden, nachdem sie in einem kühleren Raum langsam an die Kälte gewöhnt wurde. Die Winterruhe kann bei diesen Arten außerdem notwendig sein, um ein verpaartes Weibchen zum Kokonbau anzuregen, wobei die Winterruhe direkt nach der Verpaarung einsetzen sollte.


Warum ist der Kot bei Vogelspinnen weiß gefärbt?


Der Kot besteht überwiegend aus Adenin, Guanin, Hypoxanthin und Harnsäure, daher die weiße Farbe.


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