Inzucht bei Vogelspinnen

(Die eigentliche Kopulation, Verhalten und Eingreifen, etc.)

Inzucht bei Vogelspinnen

Beitragvon MrGreen » 26 Mai 2011, 19:22

hi leute! habe jetzt schon öfters gelesen das leute sich gleich eine ganze gruppe
von spiderlingen kaufen (geschwister aus dem gleichen kokon) um diese dann
später miteinander bzw. untereinander zu verpaaren??

ich versteh schon, das so die wahrscheinlichkeit hoch ist später ein weibchen und den
passenden bock in der gruppe zu haben, aber kann es da nicht zu inzucht kommen?? :problem:
=> genetische defekte, krankheiten, behinderungen und mißbildungen? :think:

thx!
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Re: Inzucht bei Vogelspinnen

Beitragvon Arachnophilia1988 » 26 Mai 2011, 19:26

Guten Abend,

ich glaube die DNA von Vogelspinnen ist nicht so kompex wie beim Menschen,
daher sollte es wohl möglich sein auch Geschwister zu verpaaren, ohne das
die Nachkommen von schlechter Qualität sind. Allerdings würde ich das
lieber nicht zu weit treiben, sprich dann NICHT auch noch die Nachkommen
der Geschwister ebenfalls untereinander verpaaren.

Schönen Gruß!
Freundschaft, das ist eine Seele in zwei Körpern.

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Re: Inzucht bei Vogelspinnen

Beitragvon 0xA000 » 26 Mai 2011, 19:54

Hi!

Auch bei einer Vogelspinne kann Inzucht zu Problemen führen.
Hatte dazu mal was im Buch "Kurze Einführung in die Vogelspinnenkunde"
von Martin Meinhardt gelesen, was ich zum Glück noch nicht verkauft habe.

Da steht folgendes (Zitat):

"Auswahl von Zuchttieren
[...] Um Inzucht zu vermeiden, sollten die einzelnen Tiere aus
unterschiedlichen Nachzuchten stammen. BAXTER (1994) konnte
nachweisen, dass die Nachzucht mit Geschwistertieren über mehrere
Generationen zu Inzuchterscheinungen führt. Die Anzahl der Jungtiere
nimmt nach einigen Generationen stark ab und es muss mit deutlich
größeren Ausfällen gerechnet werden. Mit der Zeit werden die
Nachkommen immer kleinwüchsiger und anfälliger für Krankheiten. Die
Lebenserwartung schrumpft deutlich und immer mehr Tiere werden
unfruchtbar. Deformationen und Häutungsschwierigkeiten häufen sich
zunehmend und letzten Endes kommt es zum Aussterben der Population.
Wie Untersuchungen bei Insekten zeigen, setzen sich bei Inzucht über
mehrere Generationen letale Gene, die für die beschriebenen
Inzuchterscheinungen verantwortlich sind, im Laufe der Zeit durch. Daher
sollte man nach Möglichkeit Geschwistertiere nicht miteinander verpaaren.
Nur bei sehr seltenen Arten sollte man auf die Nachzucht mit
Geschwistertieren über 1 - 2 Generationen zurückgreifen, um die Population
in den Terrarien stabil zu halten.

Es ist wichtig, dass man hin und wieder Wildfangmännchen für die
Nachzucht benutzt, da dadurch neues Genmaterial in die Zucht kommt.
"

(Zitiert von Seite 87)

Hier das Buch-Cover:
Bild

LG
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Re: Inzucht bei Vogelspinnen

Beitragvon Arachnophilia1988 » 26 Mai 2011, 20:00

0xA000 hat geschrieben:die Nachkommen immer kleinwüchsiger


Vielleicht sind ja deswegen die oft nachgezüchteten Pterinochilus murinus
Böcke teilweise so extrem winzig :roll:
Freundschaft, das ist eine Seele in zwei Körpern.

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Re: Inzucht bei Vogelspinnen

Beitragvon MrGreen » 26 Mai 2011, 20:02

hey 1000 dank fürs abtippen!! :tu: wusste ich doch das es da zu problemen kommen kann!!

also sollte man nicht alle wildfänge verteufeln sonst haben wir bald nur noch krüppel im terrarium :wtf:
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Re: Inzucht bei Vogelspinnen

Beitragvon Poeci » 26 Mai 2011, 20:12

Arachnophilia1988 hat geschrieben:
0xA000 hat geschrieben:die Nachkommen immer kleinwüchsiger


Vielleicht sind ja deswegen die oft nachgezüchteten Pterinochilus murinus
Böcke teilweise so extrem winzig :roll:


Müsste man mal wissen wie groß die Böcke in der freien Wildbahn so im Durchschnitt sind ;)

@0xA000 Auch von mir danke für deine Mühe, muss gestehen ich dachte immer
es sei völlig unproblematisch die Spiderlinge untereinander zu verpaaren :oops:
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